Eine wichtige Aktivität für den Fremdenverkehr im 19. Jahrhundert war das Gasthauswesen. Der Bierausschank lag ursprünglich in der Hand der acht brauberechtigten Bürger (Brauhöfer genannt), welche das im alten Brauhaus auf dem Marktplatz gebraute Deputat an Bier der Reihe nach (Reihenschank) daheim in ihrem Hause ausschenkten. Wer an der Reihe war, machte dies durch Aushängen eines Schildes bekannt.
Das Hotel „Zum Deutschen Reich“ ist aus dem früheren Reihenschank hervorgegangen. Seit dem 19. 2. 1848 besteht das Recht des „Bierbrauens und des Bierschenkens“. Sein Begründer ist der frühere Schneidermeister Leberecht Haase. Sein Sohn Julius Haase, unter dem Namen „Reichshaase“ bekannt, taufte das Haus „Zum Deutschen Reich“ und nahm 1881 den Erweiterungsbau mit zwei Türmchen vor. 1887 übernahm es August Hache. 1899 erwarb es der Konditor Klemm aus Pirna. Nach dem umfassenden Umbau erhielt es Herr Mengel in Pacht. Nach der Vernichtung bei der Brandkatastrophe am 6. 5. 1902 erfolgte der völlige Neubau und die Wiedereröffnung im Januar 1903 durch den Pächter Mengel.